Tinacolada

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Touristen auf Durchreise♥

Es ist einer dieser Tage, an denen man die Hitze riechen kann, die von der Sonne verbrannte Haut, den Schweiß, der aus sämtlichen Poren tritt, sobald man sich bewegt. Einer dieser Tage, die mich kribblig machen und gereizt. Es war der erste Schultag nach den Sommerferien.
Es ist ein minütlich umschlagendes Gefühl, ein neues Schuljahr, eine neue Chance? Nein ich kenne mich, ich nehme mir vor, dieses Jahr wird alles besser, gute Noten werde ich schreiben, und ein kleines fleißiges Bienchen sein. Ich sehe endlich meine alten Klassenkameraden wieder, die ich den langen Sommer über vermisst habe. Ich gehe die Stufen des Schulgebäudes hinauf und sehe die ersten mir bekannten Gesichter, und neue. Wie die neuen wohl sein werden? Fühlen die sich nicht merkwürdig in eine neue Klasse zu kommen? Ich bin froh das ich das vergangene Jahr irgendwie hinter mich gebracht habe, es war so neu für mich auf einer neuen Schule mit so vielen neuen Gesichtern, und jetzt noch mehr? Unauffällig sehe ich mir meine neuen Klassenkameraden an, und versuche mir ein Bild von ihnen zu machen. Es geht in die Klasse und mir wird wieder bewusst, die Ferien sind vorbei, ich sitze wieder in der Schule, und alles geht von vorne los. Es wird über allseits bekannte  Themen informiert und geredet. Ich langweile mich, kann dieser Tag nicht einfach schon vorbei sein?
Erneut mustere ich die „neuen“. Ich komme zu keinem eindeutigen ersten Eindruck, ich war nie gut darin Menschen einzuschätzen.
Die nächsten Tage verlaufen schleppend, mit Schule kann ich momentan einfach nicht viel anfangen, wie wäre es mit erneuten Ferien? Das einzige was mich an kühlen Sommermorgenden dazu bewegt das ich mich aus dem warmen Bett quäle und zur Schule gehe sind wohl meine Freundinnen. Ich vermisse das ungeplante aufstehen, das unbeschwerte Leben ohne Hausaufgaben und Lehrer, die einem den Tag schon in der frühe vermiesen, und die Tatsache schon morgens meine Freunde im Freibad begrüßen zu können, mit denen ich den Tag bis in die späten Abendstunden verbringe. Meine Gedanken fliegen umher, kreisend um die einfache Zeit im Leben und nicht einen verschwende ich an Zukunft, Bildung oder Vernunft. Ich halte an der einfacheren Vergangenheit fest und versinke in einer kleinen Traumwelt. Bis meine Tischnachbarin mich zurück in die Realität holt, und die Seifenblase um mich herum platzt.

Sobald die erste Woche erfolgreich überstanden war kehrt die Monotonie des Schultages wieder ein, in den Pause stehen wir im Kreis zusammen und tratschen, zerreißen uns die Mäuler über die anderen, schwärmen von den Oberstuflern der Schule. Sie erzählen von diesem Gefühl, ich kenne es nicht, oder fällt es mir einfach nicht auf? Was ist das was sie immer beschreiben, dieses Kribbeln im Bauch, die Gedanken kreisend nur um ihn.  Auch kann ich nicht diese Zuneigung für jemand anderes nachvollziehen. Für mich gibt es nur meine Mädchen. Ich verabrede mich mit ihnen für den Nachmittag. Wir treffen uns vor dem Eiscafé und zu meiner Verwunderung, sind dort noch einige mehr aus meiner Klasse. Begeistern tut mich dieser Haufen nicht, meine Klasse befindet sich momentan in dieser..naja nennen wir es „Phase“ in welcher die Mädchen es nicht eine Woche ohne Streitereien aushalten können, die Jungs regelmäßig die dümmsten Kommentare von sich geben. Eines dieser Mädchen ist da. Nun liegt es an mir, einen Aufstand machen? Oder doch lieber die Ignoranz? Ich entscheide mich dafür sie zu Ignorieren, es soll schließlich nicht in einem Blutbad enden.
Die Jungs aus meiner Klasse kann ich nicht verstehen, sie sind mir so suspekt, ständig werde ich gehänselt, oder meine beste Freundin. Ich kann mir nicht erklären wieso sie so einen Spaß am Leid der anderen haben. Bevor all das angefangen hat, hatte ich dieses Gefühl schon kennengelernt , doch ich habe versucht es die letzten Jahre zu vergessen und zu unterdrücken. Denn als ich in die 3. Klasse ging war da dieser Junge, er musste mich regelrecht gehasst haben so dass er sich dazu berufen fühlte mich regelmäßig bis hin zum Seelichenselbstruin prügelte. Mir wird bis heute nicht klar, wieso niemand mir in dieser Situation geholfen hat. Dieses Unverständnis werde ich wohl nie beseitigen können.



Mit meinen 12 Jahren scheine ich kein Hingucker zu sein, denn sonst würde ich meinen Klassenkameraden nicht diese ständigen Lacher verschaffen. Jede Bemerkung brennt auf meiner Haut wie Feuer und hinterlässt klaffende Wunden die bei jeder Äußerung erneut zu bluten beginnen. Es ist einer dieser Momente an denen ich stark an mir selbst zweifle, was veranlasst sie dazu mich innerlich derartig zu verwunden.
Ich würde behaupten die Schule verläuft reibungslos, so wie ich es auch meinen Eltern versuche weiß zu machen, doch das wäre gelogen. Denn auch meine neuen Klassenkameraden scheinen nicht das Gelbe vom Ei zu sein. Sie respektieren mich nicht und demütigen mich, der Morgendliche Wille in die Schule zu gehen, um meine Freunde zu sehen, verfliegt mit der Zeit mehr und mehr. Ich kann und will das nicht mehr.
Als ich an diesem Morgen das Klassenzimmer betrete schallen schon die ersten Anspielungen in den Raum. Schlagartig beginnt die Wut in meinen Adern zu brodeln. Ich empfinde Leid, Hass und Verachtung für diese Menschen. Ich versuche mich zu beruhigen, noch mehr Probleme kann ich bei meinen schlechten Noten nicht auch noch gebrauchen. Ich sitze im Klassenzimmer. Mit diesem flauen Gefühl im Magen. Ich fühle mich so hilflos und allein unter diesen Menschen. Mich zu konzentrieren; versuchen einen klaren Gedanken zu fassen fällt mir wirklich schwer ständig schwirrt diese Frage in meinem Kopf:‘‘ wird dieses Leid irgendwann sein Ende finden?‘‘ Es ist als wäre ich eingeschlossen in einem Käfig voller Raubkatzen. In meinem Bisherigem Leben gab es selten diese Momente wie diese, an denen ich mich so unsagbar schlecht fühle. Doch ich will nicht aufgeben – es wäre ein Zeichen von Schwäche und diesen Triumph gönne ich diesen Tieren nicht.
    Es gongt zum Schulschluss. Geschafft. Schnell gehe ich nachhause, dort angekommen bin ich wieder in meiner kleinen Seifenblase. Geschützt vor Raubkatzen und bösen Menschen. Auch wenn meine Familie es nicht weiß gibt sie mir den halt den ich außerhalb der Schulzeit brauche.
Einige Wochen sind vergangen, und ich versuche nach wie vor mit eigenen Mitteln gegen meine Klassenkameraden anzukommen. Das Mädchen das neu in meine Klasse gekommen ist erweist sich als gute Freundin. Eigentlich kenne ich sie schon länger durch meine große Schwester. Melanie kann meine neue Freundin nicht ausstehen und ich weiß nicht was sie dazu veranlasst. Doch es ist schön eine neue Freundin in der Klasse gefunden zu haben, sie unterstützt mich sehr.
Auch der Alltag kann einen neuen Anfang finden, denn mit der Zeit stelle ich mich immer häufiger- am morgen vor Schulbeginn, zu einem Klassenkameraden. Ich konnte ihn nie richtig leiden, ich muss gestehen ich war sehr skeptisch aufgrund seines Aussehens, er ist klein und rundlich und ja sogar ein wenig eklig. Doch ich habe es geschafft über meinen Schatten zu springen und die Vorurteile auszublenden und wie ich sehe war es kein Fehler. Auch der neue Mitschüler findet Gefallen an den Frühmorgendlichen Konversationen. Zu Anfang des Schuljahres wusste ich ihn nicht einzuschätzen doch mittlerweile weiß ich das er ganz nett ist zu sein. Er ist zwei Jahre älter und aus Gesprächen konnte man heraushören das er sogar schon eine Freundin hat. Sie ist eine Stufe höher als wir- ich kenne sie vom sehen. Er hat eine lustige Frisur und macht an sich einen wirklich netten Eindruck doch die Lehrer scheinen nicht sehr gut auf ihn zu sprechen zu sein. Ich habe auch festgestellt das er ein Talent für das Zeichnen besitzt, ich bin wirklich beeindruckt.
Selbst für den Englischunterricht erstellte er eine Zeichnung des Innerenschweinehundes.
Zuhause ertappe ich mich des Öfteren dabei wie ich mir Gedanken über ihn mache. Wieso tue ich das überhaupt? Nach einiger Zeit bemerke ich das ich mich in seiner Gegenwart merkwürdig verhalte, aber mehr noch fühle. Diese Erkenntnis macht mir ein wenig Angst. Was ist los mit mir?
Ich werde meine Freundinnen fragen was sie dazu zu sagen haben.
Und heute ist ein neuer Schultag somit versuche ich mein Glück und erzähle ihnen von meinem Leid. Doch sie kichern nur. In der Klasse trat ich zur Seite, als er an dem Tisch, der neben mir stand, vorüberging. Unsere Augen trafen sich und eine Stille senkte sich über mich, als würde ich in einen Brunnen fallen. Was ich vom Raum noch wahrnehmen konnte begann zu schrumpfen. Zugleich verblasste der Lärm zu einem matten Rauschen, abklingend, dann nur noch die Stimmen am Nachbartisch, bis auch sie erstarben, und schließlich blieb nur Matthias und das Geräusch meines Atems zurück. Dann nur noch sein Gesicht und das Geräusch meines Herzens. Dann fiel ich in seine Pupille. Mein Herzschlag wurde langsamer – und hörte auf.
Ich bin so überwältigt von diesem Gefühl, die Luft um mich herum wird immer weniger. Was passiert mit mir?


Die kommenden Wochen verbringen wir sehr viel Zeit damit unsere Klassenfahrt zu planen, sie wird im Mai stattfinden, genau zu der Zeit zu der ich Geburtstag habe. Ich freue mich, denn all meine Freundinnen werden dabei sein, und vielleicht wird sich der Zustand in meiner Klasse verbessern, was mich jedoch am meisten freut ist die Tatsache das Matthias auch da sein wird, unmittelbar & unvermeidbar immer in meiner Nähe.
In meinem Zimmer werden 2 meiner besten Freundinnen schlafen, und ein Mädchen welches ich nicht mag (sie neigt dazu sich aufzudrängen). Für meinen Geburtstag plane ich eine heimliche Party, wie? das weiß ich noch nicht genau aber sie muss stattfinden. Ich erhoffe mir viel von dieser Klassenfahrt auch wenn mir nicht ganz bewusst ist aus welchem Grund. Aber es ist tröstend zu wissen das ich noch ein wenig Zeit habe mir einige, nein viele, Gedanken darüber zu machen. Denn zuerst muss ich damit klar kommen in einem Zimmer leben zu müssen mit einem Mädchen das ich nicht mag während eine meiner liebsten Freundinnen im Nebenzimmer schlafen wird, viel zu weit weg von mir. Aber ich bin froh das das Verhältnis unter uns Mädchen sich gebessert hat, die Jungs befinden sich leider nach wie vor in dieser ‚Phase‘.
Bald  wird geplant was wir an den 3 Tagen Klassenfahrt machen werden. Doch das wichtigste: die Parallelklasse wird uns begleiten. Ich kenne nicht alle, jedoch einige. Wir werden an diesen Tagen sehr viele Aktivitäten machen welche den Klassenhalt verstärken sollen, na das kann ja was werden – denn wo keiner ist, frage ich mich wie so etwas entstehen soll. Aber hey, immer optimistisch bleiben.
Die Fahrt rückt immer näher und ich denke es ist zeit für eine Veränderung, heute kommt die Freundin meiner Mutter, sie wird uns die Haare schneiden, ich überlege die ganze Zeit ob ich eine extreme Veränderung wagen soll, ich habe ein wenig Angst aber letztendlich entscheide ich mich dafür diesen Schritt zu gehen. Ich werde meine Haare radikal kürzen lassen, ein wenig länger als bis zum Kinn. Meine Familie schaut mich skeptisch an als ich meinen Wunsch äußere, aber er wurde erfüllt. Während des Schneidens kommt ständig die Frage auf: ‘bist du dir sicher?‘ – Ohja ich bin mir sehr sicher.
Sie ist fertig. Vorsichtig taste ich nach meinen Haaren. Ab. Alles ab. Ich fühle mich so nackt. Ich renne hektisch ins Badezimmer um mich im Spiegel anzusehen. Ich sehe jemanden vor mir, im Spiegel. Ich bin es nicht -  ich kann nicht glauben das ich das sein soll. Schockiert trete ich einige Schritte zurück und die Tränen laufen Wasserfallweise meine Wangen hinunter. Ich berühre mit Zitternden Fingern die kalte Oberfläche des Spiegels um mich zu vergewissern das dort niemand steht. Das kann ich nicht sein, das will ich nicht sein. Das ist nicht das was ich wollte, ich kann das nicht glauben das ich DAS bin. Meine Mama kommt ins Badezimmer und sieht mich verstört an und nimmt mich im nächsten Moment in den Arm, sie versucht mich zu trösten. Mein Weinen und Schluchzen will kein Ende nehmen, bis meine Mama zu mir sagt das wir wieder ins Wohnzimmer gehen werde und ihre Freundin versuchen wird mit ein wenig Styling das schlimmste zu retten. Wiederwillig setzte ich mich erneut auf den Stuhl in der Mitte unseres Wohnzimmers. Die Friseurin scheint ein wenig getroffen zu sein, das mir ihr Schnitt nicht gefällt. Mit Föhn und Haarspray bewaffnet versucht sie sich erneut an meinen Katastrophenhaaren, wirklich verändern tut das Ergebnis nichts. Ich bin traurig, ich erhoffe mir Mitleid von meinen Eltern, ich will morgen nicht in die Schule.
Nicht ausgeschlafen erwache ich langsam aus meiner Tiefschlafphase, ich kneife die Augen zu und wünsche mir der gestrige Abend war nur ein Traum. Ich greife nach meinen Haaren, nein nach der Luft denn Haare sind in dieser länge nicht mehr vorhanden. Ich beginne erneut zu weinen, meine Augen schmerzen schon vor Tränen. Ich versuche mich zusammen zu reißen und trotte langsam ins Badezimmer und als ich meinen Anblick im Spiegel sehe erstatten mir meine Tränen einen neuen Besuch. Wie soll ich den heutigen Schultag nur überleben…
Endlich bin ich bereit zu gehen. Der Weg zur Schule scheint mir endlos lang, obwohl ich nur 2 Minuten bis dahin brauche. Ich bekomme noch mehr Angst als ich das Schultor streife. Ich möchte wieder umdrehen doch bevor ich mich versehe, dort steht Matthias, ich möchte Mutig sein und zu ihm hingehen, so tun als wäre nichts, ich wäre gerne so selbstbewusst ihm gegenüber und zu dem Mist auf meinem Kopf stehen. Ich schaffe es langsam einen Fuß vor den anderen zu setzen bis ich letztendlich vor ihm stehe, ich versuche in seinen Augen zu lesen was er denkt. Vor Verzweiflung beginnt mein Herz unregelmäßig zu schlagen und ich höre nur schwach wie er sagt ‚deine Haare, das sieht gut aus‘. In diesem Moment hört meine Welt auf sich zu drehen und ich würde am liebsten durch die Schule rennen und jeden Menschen umarmen und küssen der mir in die Quere kommt. Ich bin sprachlos, damit habe ich einfach nicht gerechnet, ich hasse diese Frisur aber scheinbar mag er sie. Das macht mich so glücklich ich möchte schreien. In der nächsten Sekunde sehe ich wie meine beste Freundin den Schulhof hinunter gelaufen kommt, sie sieht mich an und ihr Mund bleibt offen stehen, sie steht mir gegenüber ‚deine Haare…‘ sie fängt an zu weinen, ich nehme sie in den Arm und lasse mich mitreißen. Wir stehen beide auf dem Schulhof, weinend um meine Haare. Es fühlt sich an als würde die Welt um uns herum nicht existieren und die Glücksgefühle die ich vor einer Minute noch hatte waren alle verschwunden, sie waren weggelaufen vor den wahren Gefühlen die sich in mir verbergen. Als ich in der Klasse sitze  fühle ich die Blicke wie sie auf mir ruhen, ich weiß nicht ob es positiv oder negativ ist, aber ich fühle mich komisch und überhaupt nicht wohl. Ich höre die Uhr ticken, und ich verfolge den Uhrzeiger mit meinem Blick, bis die Klingel laut ertönt. Erleichterung macht sich in mir bemerkbar ich verschwinde schnell durch die Tür und haste die Treppen des Schulgebäudes mit schnellem Schritt hinunter. Schon bald erreiche ich meine Haustür. Ich renne die Treppen hinauf und in mein Zimmer, ich schließe die Türe hinter mir ab und lehne mich mit dem Rücken an sie. Langsam gleite ich an ihr hinunter und lande auf dem Boden, ich kann es kaum glauben, dieser Tag findet sein ende, ich möchte nur noch alleine sein und warten bis ich wieder normal aussehe. Den restlichen Tag werde ich nicht mit Hausaufgaben verbringen, sondern damit mich in mein Bett zu legen und mich eng in meine Decke einhüllen, abgekapselt von der restlichen Welt.
Auch diese Tage gehen vorbei und somit werde ich mich mit meinem Übel abfinden müssen. Aber die Lust besitze ich nicht mich morgens früher aus dem Bett zu quälen um meine Haare zu stylen. Luxus verdient dieser Mopp auf meinem Kopf nun auch wieder nicht.


Die Zeit rinnt im Moment schneller durch meine Hände als mir lieb ist, schon heute werden wir die Reise antreten und 3 Tage in eine andere Stadt fahren um ein wenig Klassenzusammenhalt zu produzieren. Ich sitze im Bus und blicke hinaus, beobachte die Eltern meiner Klassenkameraden, wie sie winken, wie sie traurig sind, und wie sie versuchen es zu verstecken. In der Reihe neben mir sitzt meine beste Freundin, und vor ihr sitzt Matthias. Ich versuche die ganze Fahrt über normal zu bleiben aber es fällt mir unsagbar schwer. Nach einigen Stunden kommen wir in diesen Jugendherbergen an, es sieht hier total friedlich aus, sehr viel Wald auch die Zimmer sind passabel, denken wir. Denn kurz nachdem wir unsere Zimmer beziehen wollen fällt uns auf, 2 Mädchen zimmer werden im Untergeschoss sein und der Rest der Klasse wird sich oben aufhalten. Das war es natürlich nicht, wie ich mir diese Fahrt vorgestellt habe. Aber es gibt kein anderes Zimmer das mit uns tauschen möchte. Wir fühlen uns wie die totalen Außenseiter und es gibt keine Möglichkeit das irgendwie zu ändern. Mit genervter Miene ziehen wir in unsere Zimmer ein. Wenigstens konnte ich eines der oberen Betten ergattern. Heute ist der erste Tag somit verläuft er durchgehend stressig, wir müssen nun in diesen Aufenthaltsraum. Uns wird gesagt wo wir wen oder was finden, was vermieden werden soll, die Aktivitäten und Essenszeiten. Das erste Essen bekommen wir sogar heute noch. Wow. Nun ja, für einige Minuten haben wir noch Zeit in unseren Zimmern zu gammeln, und anschließend werden wir schon was mit der gesamten Klasse unternehmen.
Wir treffen uns vor der Jugendherberge, nach und nach trifft meine ganze Klasse ein. Uns wird erklärt das wir eine Karte bekommen werden, und einen Kompass und damit durch den Wald rennen müssen um irgendetwas zu sammeln. Schon zu Beginn freue ich mich als die Gruppen ausgelost wurden, meine beste Freundin ist in meiner Gruppe und nachher höre ich wie sogar Matthias in meiner Gruppe ist. Oh man, Zufälle gibt’s. Schleppend beginnen wir uns auf den Weg in den Wald zu machen, Matthias hat den Kompass, ich die Karte, ich würde besser mit dem Kompass zurecht kommen. Dank diesen komischen Spieles ist er gezwungen mit mir zu reden, meine Stimme zittert bei jede seiner Fragen. Bald schon bemerken wir, wie wir uns verlaufen haben und wir versuchen lange aus diesem Irrgarten wieder hinaus zu finden. Das einzige was uns gelungen ist, ist wieder nach Hause zu finden. Als wir dort ankommen schaut unsere Klassenlehrerin uns mit schiefer, jedoch finsterer Miene an: ‚Wieso seit ihr schon zurück? Matthias? Hattest du keine Lust mehr?‘. Moment, was? Wieso Matthias… das verstehe ich nicht, er ist das doch überhaupt nicht Schuld. Also versuche ich das meiner Klassenlehrerin so zu erklären, jedoch bezweifle ich das sie mir glaubt. Die anderen aus meiner Klasse brauchen natürlich deutlich länger also warten wir in unseren Zimmern bis sie endlich aufkreuzen. Nach einigen Stunden kamen die ersten Gruppen im Ziel an. Beim Essen wird die Siegergruppe gekürt und von unserer Aktion werden die anderen natürlich auch informiert. Nach dem Essen trottete ich zurück in mein Zimmer und wollte nur auf den nächsten Tag warten, aber so einfach ist das natürlich nicht. Denn schon bald hörte man den Stress aus dem Nebenzimmer. Dort standen die Lehrerinnen, und meine beste Freundin weinte. Die Tür wurde geschlossen uns somit erfuhren wir erst nachher was los sei. Sie und die neue aus meiner Klasse hatten Zigaretten dabei und nun wurden sie gezwungen nach Hause zu fahren.
Als ihre Mutter mit dem Auto angefahren kommt weine ich, ich will nicht das sie fährt, sie will es auch nicht aber eine andere Lösung gibt es scheinbar nicht. Jetzt möchte ich auch nicht mehr hier sein. Als ich in den Flur trete sehe ich ein Mädchen aus meiner Nebenklasse mit Matthias, sie reißt mich am Arm hinter sich her und wir laufen zu dritt die Flure und Gänge der Jugendherberge auf und ab. Ich dachte die Sache wäre ganz harmlos, und ich würde einfach  nur Zeit mir ihr und Matthias verbringen. Aber so einfach ist das alles ja nicht, denn irgendwann stoße ich mit dem Rücken an einen Feuermelder und sofort geht der Alarm laut los. Ich verstumme und schaue die beiden mit aufgerissenen Augen an. Ich wusste nicht was ich tun sollte also rannte ich los und machte mich auf die Suche nach meiner Klassenlehrerin, irgendwann konnte ich sie draußen auf dem Hof ausfindig machen, ich gehe zu ihr hin und sage ich wäre an den Feuermelder gekommen.
Sie glaubt mir nicht, sie glaubt Matthias war es. Nachdem sie den Vorfall behoben hat kommt sie zu mir und Matthias, ich versuche ihr mit allen Mitteln klar zu machen das es meine Schuld war aber sie will das nicht wahrhaben und beschuldigt weiterhin ihn. Mit schlechter Laune im Schlepptau mache ich mich auf den Weg in mein Zimmer. Ich lege mich in mein Bett und schließe die Augen, versuche die Welt um mich herum zu vergessen und schon bald finde ich den Schlaf.
Der nächste Tag, die nächsten Herausforderungen. Ich habe Geburtstag. Mit schlechter Laune gehe ich in unseren Aufenthaltsraum, die meisten sitzen schon an ihren Plätzen und ich bewege mich still zu meinem. Ich wollte nur Frühstücken, aber ich bekomme einen Kuchen, mit Kerzen, welche sich nicht auspusten lassen. Oh man. Dieser Tag geht schnell vorbei, ich erlebe ihn nur halb, ich bekomme das meiste gar nicht mit. Matthias wird nachhause geschickt. Er muss irgendwas gemacht haben, oder auch nicht. Ich glaube man wollte ihn gar nicht dabei haben… Also noch einmal hier abquälen und dann nach Hause, endlich. Mein Geburtstag ist auch doof, denn meine Party wurde verraten.
Neuer Tag, endlich nach Hause, ich sitze im Bus und warte, warte darauf das dieser Alptraum vorbei geht. Als ich Zuhause ankomme nimmt mir mein Vater den Koffer aus der Hand und schweigend gehe ich rein.
Das hat sich ja total gelohnt, diese Fahrt um unsere Gemeinschaft zu stärken. Und die wichtigsten waren nicht da.
Auch die letzten 2 Wochen der 6. Klasse neigen sich dem Ende zu. Viele bleiben sitzen, wechseln die Schule oder fliegen. Meine beste Freundin wird das nächste Schuljahr nicht hier verbringen, sowie Matthias. Auch er wird die Schule wechseln, ich werde ihn nie wieder sehen. Und ihm näher gekommen bin ich nie. Ich werde versuchen müssen ihn zu vergessen und nach vorne zu sehen. Wenn ich mich anstränge wird das nächste Jahr weniger wie dieses.

6 Jahre später und ich habe die Realschule irgendwie überlebt. Mit der Zeit habe ich andere gemobbt, so wie es mit mir gemacht wurde. Ich habe daraus gelernt, und ich weiß das es mir heute leid tut. Während diesen 6 Jahren hatte sogar schon meinen ersten Freund, ich muss gestehen er war merkwürdig. Und die darauffolgenden Freunde auch. Ich habe sehr viel erlebt aber erst jetzt beginnt der Ernst des Lebens.
August 2oo9. Neues Schuljahr neue Schule. Alles wird anders. Dachte ich.
Unterstützung von meinem besten Freund bekomme ich keine. Und wenn dann fällt sie sehr schwach aus. Denn es baut mich nicht auf zu hören ''Ja zu Anfang ist man total Motiviert, aber wenn die erste 5 kommt ändert sich das wieder, du wirst die 5en auch sehen.''
Ich mache das bester aus meiner Situation, ich freue mich auf die Schule. Meine neue Klasse ist auch wundervoll. Es kann nur besser werden.

In der sechsten Klasse, erfuhr ich zum ersten mal das Gefühl verknallt zu sein. Dieser Junge kam in meine Klasse, ich fand ihn niedlich, sofern ich Jungs in diesem Alter schon mochte. Ich war verliebt, lief über ein Jahr mit diesen Gefühlen im Bauch rum. Er hatte diese Freundin ich mochte sie nicht. Sie küsste den, den ich gerne küssen würde, sie hielt seine Hand. Wie gern ich das Mädchen gewesen wäre das es ist, das ihn küsst, seine Hand hält, ihm Stundenlang in die Augen sieht, und von ihm die Zuneigung die ich Empfand zurückgab. Er hat es nie erfahren, nach einem Jahr in meiner Klasse wechselte er die Schule.
Ich fand mich mit der Tatsache ab das es nie etwas werden kann, wir waren jung, er hatte dieses Mädchen, und auf Kontakt zu hoffen während er auf der anderen Schule war, war Hoffnungslos.
6 Jahre nach meinem Gefühlschaos fand ich ihn wieder, im Internet - wie schnell so was geht. Zu meinen Freunden hinzugefügt heimlich in der Hoffnung er ist es. Ich war schon lange über ihn hinweg, ich habe ihn sogar fast vergessen. Als dann eine Mail kam das er es wirklich ist und er mich wiedererkannt hatte war ich sprachlos. Ich wunderte mich das er sich überhaupt erinnerte. Wir schrieben über Wochen, er verbrachte 2 Jahre im Ausland und ich 3 Monate. Er hatte sich so verändert, optisch und auch erwachsener ist er geworden. Er war außergewöhnlich wie damals schon, nur noch viel besser.
Eines Tages sagte ich ihm er dürfe mich von der Schule abholen, was er zu meinem Entsetzen sogar tat. Ich hatte nun wirklich nicht damit gerechnet. Wir gingen in Cafés, trafen alte Freunde und wir haben uns so gut verstanden. In meinem Kopf, in meinem Bauch, ein verrücktes Spiel der Gefühle, ich wusste nicht was mit mir los war.
Sofort am nächsten Tag wollte er mich wiedersehen, und er holte mich erneut von der Schule ab, wir waren unkreativ also gingen wir in das gleiche Café wie am Vortag, was sich zu unserem Lieblingscafé entwickelte. Abends sagte er er hätte mich sehr gerne an diesem Tag geküsst, aber küssen tut man erst am 3. Date, was ich auch tat. Mein Herz raste, also würde es hinausspringen wollen.
Die darauf folgenden Tage trafen wir uns auch, somit bekam ich meinen Kuss, mein Herz sprang hinaus förmlich in seine Arme. Ich war so glücklich, nein ich bin es immer noch. Ich darf mich nun seine Freundin nennen. Ich habe mich nie zuvor so gefühlt. Ich darf diesen Jungen küssen, so wie ich es gerne schon vor 6 Jahren getan hätte.
Jetzt kann ich mich das glücklichste Mädchen der Welt nennen, die Zeit mit ihm ist unbeschreiblich. Wie er mich ansieht oder berührt, mich küsst oder meine Hand hält. Seine Art zu reden ist wundervoll, ich kann es nicht glauben. Ich muss ihn berühren um sicher zu sein das all das kein Traum ist.

 

Die Sonne scheint in mein Zimmer und langsam beginne ich meine Augen zu öffnen heute ist der 10.3. 2010. Der 6. Monat in Zweisamkeit ist angebrochen. 6 Monate bin ich heute mit ihm zusammen. Bei diesem Gedanken huscht mir ein Lächeln ins Gesicht. Heute ist ein guter Tag.

Ich schließe die Haustüre hinter mir, beginne zu zittern. Es ist kalt ich sehe meinen eigenen Atem.

Der Schultag vergeht nur langsam, ich habe das Gefühl die Lehrer wissen das ein oder andere Mal nicht was sie uns zu arbeiten geben. Wir sind im Computerraum und mir ist kalt, ich setzte mich ans Fenster auf die Heizung, die Welt auf der anderen Seite des Fensters gibt mir das Gefühl es sei Sommer, die Sonne blendet mich und wirft ihre warmen Strahlen auf meine Haut und für einen kurzen Augenblick beginne ich zu träumen.

Die letzten zwei Stunden, ich kann es kaum erwarten. Es ist gerade sehr langweilig, meine Tischnachbarin ist heute nicht da. Wir bekommen einen neuen Auftrag, einen Satz ausschneiden und gerade und ordentlich auf ein Blatt Papier kleben, ich hoffe ich werde hier nicht überfordert. Ich bin nicht in der Stimmung etwas Produktives zu tun also stopfe ich mir nach und nach Gummibärchen in den Mund, bis die Tüte schließlich leer ist. Ich beobachte jetzt meine Klassenkameradinnen die vor mir sitzen, sie malen sich gegenseitig an und kichern, die beiden sind der Inbegriff des Mädchen-da-seins. Ich habe nie Mädchen wie diese kennen gelernt.. Oh, die Schulglocke, endlich! Mit schnellem Schritt gehe ich zum Bahnhof, ich will so schnell wie möglich nach hause. Ganz außer Atem stehe ich im Zug, gleich bin ich da.

Ich habe es geschafft. In Windeseile habe ich es geschafft mich zu Duschen und umzuziehen und jetzt sitze ich schon wieder im Bus auf dem Weg zu ihm. Bei jedem Gedanken an ihn beginnt mein Bauch zu kribbeln. Ja ich liebe ihn jeden Tag mehr. Er macht mich verrückt, denn ich war nie das typische Mädchen welches auf Liebe und Romantik steht.

Und jetzt? Jetzt stehe ich vor ihm in seinem Zimmer. Ich sehe in seine großen Mandelförmigen Augen und Küsse ihn. Im nächsten Moment hebt er mich sanft aufs Bett, beugt sich über mich, er streicht die Haarsträhnen aus meinem Gesicht und sieht mich an. Ich nehme sein Gesicht zwischen meine Hände und Küsse ihn erneut.

Es ist Zeit, wir machen uns auf den Weg ins Kino, er wird mit mir in meinen Lieblingsfilm gehen. Während des Films sehe ich oft unauffällig zu ihm rüber und mit jeder Sekunde wird mir bewusst wie wichtig er mir in den vergangenen sechs Monaten geworden ist.

Wir sind wieder zuhause, es ist spät, ich bin erschöpft und falle lautlos in sein Bett. Nachdem auch er sich umgezogen hat macht er einen Film an und legt sich neben mich. Ein sanfter Kuss auf meine Lippen ich kuschle mich an seine warme Brust. Meine Augen geöffnet zu lassen fällt mir jede Sekunde schwerer, es ist Zeit zu schlafen. Ich gebe ihm noch einen Kuss ‘gute Nacht, ich liebe dich’ flüstere ich leise und schlafe schließlich ein.

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